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Hörgerätekauf in Ägypten

Astrid Stiefel • 16. September 2024

Vielleicht sogar besser als in Deutschland!

Wenn du beim Telefonieren nur noch Kopfhörer benutzt, den Fernseher bei über 70 stehen hast und dein Ansprechpartner in Sichtweite sein muss, damit du ihn verstehst, dann ist es so weit.


Dass ich schwer Höre, zumindest einige Frequenzen, das weiß ich schon lange. Beim Hörtest vor über 20 Jahren hatte der Arzt erst die Vermutung, das Gerät wäre kaputt, nein, meine Ohren waren es. Trotzdem hörte ich nicht schlecht genug, um von der Krankenkasse ein Hörgerät bezahlt zu bekommen. Deshalb bin ich erst einmal zum Akustiker in Deutschland, um den aktuellen Stand festzustellen. Nach den vielen Tönen habe ich dann noch Worte nachsprechen sollen. Da war mein Resultat gerade mal 50 % bei normaler Lautstärke.


Begeistert war ich, als die freundliche und sehr kompetente Dame beim deutschen Akustiker, mir ein super neues Model von Signia vorstellt und sogar für 4 Wochen mit nach Ägypten gibt. Leider war es zu empfindlich, sodass ich nach knappen 2 Wochen die Geräte nicht mehr nutzen konnte, da sie einfach durch den Schweiß und die Hitze verstopften.


Da wurde mir natürlich auch bewusst, dass wenn ich ein Problem in Ägypten habe, ich dort auch einen Ansprechpartner bräuchte. Und wie ist das mit Touristen? Wo gehen die hin, wenn ein Hörgerät ein Problem hat? Die letzte Anfrage in den Social Medien war bedauerlicherweise erfolglos. Das kommt daher, weil meist Menschen antworten, die keine Ahnung haben. Mir wurden Adressen von Hörakustikern in Hurghada genannt, die man bei Google Maps findet. Ungünstigerweise nur in der Karte!


Also schaute ich im Internet nach Akustikern, die dieses Gerät von
Signa in Ägypten vertreiben und siehe da, es gibt die internationale Handelskette Amplifon, die auch mehrere Niederlassungen hat. Zu Hurghada ist die nächste Niederlassung Qena, Luxor oder Kairo.


Ich schrieb an die angegebene E-Mail-Adresse und fragte, ob es meine Wunschhörgeräte auch geben würde. Man teilte mir mit, in Luxor und gab mir die Telefonnummer. Ich bekam eine Telefonnummer und rief an.


Herr Makary spricht sehr gutes Englisch und er erklärt mir, dass er öfters in Hurghada sei, da dort eben auch Kunden wären. Jetzt hab ich ja wirklich schon Probleme, mir das englische Wort für Hörgeräte „
hearing aid“ zu merken. Nach viel Beschreibung versteht er, was ich möchte. Er hätte meine Hörgeräte, aber nicht mit Akuladegerät, sondern mit Batterie. Er könne alles mitbringen. Ich bräuchte jedoch vorher einen Hörtest vom Arzt, dann könne er mir ein Hörgerät machen. Ja, wo macht man jetzt den Hörtest? Im Salamhospital oder bei ihm in Luxor, klärt er mich auf.


Na, dann ab ins Salam in Hurghada. Erst mal muss ich mich verständlich machen, dass ich keine Ohrprobleme habe, sondern einen Hörtest brauche. Jetzt fällt das richtige Wort: Audiogramm! Der Arzt spricht genau so viel Englisch, was er für den Test braucht. Sein Alter ist schwer zu schätzen, aber so zwischen 60 und 70 Jahren. Es wird einmal der Pieps-Ton-Test mit Ohrhörern gemacht, dann ein weiteres Mal am Hörnerv, hinter dem Ohr. Eingetragen wird alles schön mit Hand und Kreuzchen auf einem Formular. Daraus macht er dann das Diagramm indem er die Kreuze mit Linien verbindet. Ich beobachte, wie ich immer zwischen 10 und 20 liege. Ist das jetzt das Hörvermögen oder der Hörverlust? Nur der Hörverlust, eigentlich brauche ich gar nix, meint er. Doch, denke ich, denn es war schon toll, mit dem Hörgerät zur Probe.


Jetzt meldet sich der Akustiker und wir machen einen Termin im
Sheryhotel auf der Sherystraße aus. Ich hatte dort noch nie ein Hotel gesehen. Aber tatsächlich, ziemlich in der Mitte steht das Hotel. Ich gehe rein. Düster ist die Rezeption, wo ein Ägypter steht. Ich rufe Markary (+201283354466) an. Er hat sich dort wohl für einige Tage eingemietet, denn er kommt sofort und legt einen Hotelschlüssel auf den Tisch. Das Gespräch findet ganz diskret in der Lobby statt. Dazu macht er das Licht an, er kennt sich hier aus.


Er zeigt mir die gewünschten Signia Hörgeräte, die hier etwa 1600 € kosten. Er nennt diese fertigen Geräte „Clicks“. „Warum willst du nicht von uns welche anfertigen lassen?“, fragt er mich. Er zeigt mir hautfarbene Hörgeräte, die für den Ohrgang eines anderen Patienten angepasst wurden. „Die sind ganz schön groß!“, meine ich. Na, es wären halt große Ohren. Hm, wenn ich dran denke, dass wir in unserer Familie auch ziemlich große Ohren habe, sodass mein Vater meiner Mutter immer verboten hatte, den Kopf aus einem fahrenden Zug zu halten, weil dieser sonst bremsen würde, bekomme ich etwas Angst.


Da jedoch diese individuell angepassten Geräte nur 600 € kosten, denke ich, ist das für den Anfang besser. Denn hier muss man die Dinger natürlich gleich kaufen, kann sie nicht erst 4 Wochen testen. Also lasse ich mich auf diesen Deal ein. Er hat die Silikonmasse dabei, die er mir dafür ins Ohr spritzt. Zum Schutz des Trommelfells kommt vorher ein Schaumstofftampon mit Bendel rein. Es ist etwas unangenehm, weil der wirklich tief reingestopft wird. Dann kommt die Masse drauf und ich erinnere mich an meinen ersten Gipsabdruck für meine Spange. Da habe ich so gewürgt. Hier muss man nicht würgen, aber als auch das zweite Ohr fertig ist, läuft mir die Nase. Das sei normal. All das haben wir natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Lobby gemacht. Gott sei Dank war wenig Publikumsverkehr!


Nach 5 Tagen bekomme ich Bescheid, meine Geräte seien fertig. Das passt, da ich mit meiner Tochter einen Ausflug nach Luxor plane und diese dann abhole.


Wer in Luxor schon mal im Restaurant
Sofra war, der kennt den Weg in die Innenstadt, wo sich auch das Geschäft von Amplifon befindet. Leider sagt mir meine Ute vom Navi immer zu früh, wo ich abbiegen soll, sodass ich durch eine Nebenstraße geeiert bin und beschlossen habe, auf der Hauptstraße zu parken und in die Seitenstraße zu laufen. Also parken wir und gehen in ein Brillengeschäft. „Hier sind wir aber nicht richtig!“, meint meine Tochter. „Ja, aber ich sehe nirgends den Laden, also frag ich hier.“ Und wir hatten Glück. Die Frau lief mit uns bis zum Geschäft, welches in dieser Umgebung von außen richtig modern ausgesehen hat.


Raaatttsch, hören wir und drehen uns um. Ein Motorrad mit Anhänger hat die Kurve zu eng genommen und dem dort parkenden Auto die ganze vordere Schürze abgefahren. Er steigt ab, begutachtet und fährt weiter. Wir schauen uns an. Eine Frau mit einem Rollstuhlfahrer, die ihren Mittagsplausch auf der Straßenseite abhalten, haben auch nur kurz hochgesehen und sind jetzt wieder am Reden. „Ich glaube, ich parke mein Auto besser um!“ Meine Tochter nickt. Wir gehen kurz ins Geschäft, werden freudestrahlend von Makardy begrüßt und gebeten, noch Platz zu nehmen, da er noch einen Patienten vor mir hat.


Ich setzte meine Tochter hin, parke das Auto um und versuche einen Supermarkt zu finden, um Wasser zu kaufen. Schuhe, Kleider, Souvenirs, alles kann man kaufen, nur kein Wasser. Nach einigen Minuten finde ich wenigstens einen Kiosk und nehme einige Flaschen mit, da es wirklich immer noch heiß ist.


Zurück komme ich auch gleich dran. Tatsächlich brauche ich nur die Einweisung, wie man die Batterien wechselt, denn die halten leider nur einige Tage. Das ist eine Arbeit für gute Feinmotoriker, also nix für mich. Aber wird schon klappen. Die Einstellung der Hörgeräte hat sofort das gleiche Problem wie mit den deutschen Geräten. Mein rechtes Ohr hört nichts. Genau wie bei den deutschen Geräten, kann man vorne ein kleines Röhrchen wechseln, welches sich einfach sofort mit dem Innenleben vom Ohr gefüllt hatte. Dieses wechseln kenne ich auch. Dann funktionieren die Geräte und das Hören ist besser, als mit denen von Signa. Diese haben die Geräusche alle in der gleichen Lautstärke vermittelt, sodass ich nicht wusste, woher die Geräusche kamen. Mit den ägyptischen höre ich lediglich mich selbst anders, alle anderen Geräusche super natürlich.


Jetzt kommt das Beste: Tatsächlich gibt es auch für die ägyptischen Hörgeräte eine
App, mit dem ich selbst die Lautstärke, Höhen, Tiefen und Filter einstellen kann. Und: ich kann damit wie mit Kopfhörern telefonieren bzw. bekomme jeden Sound vom Smartphone direkt über die Hörgeräte übertragen.


Ich bin happy. Keine Druckschmerzen oder sonstige Probleme. Doch letztens, als ich mit der Tochter in der Senzomall Kaffee getrunken hatte, spricht auf einmal Andreas in meinem Ohr. „Hallo?“, ich muss erst mal realisieren, dass mein Telefon ja bei Bluetoothverbindung ohne Klingelton direkt annimmt. „Hallo?“, ertönt es schon wieder. Ich antworte schon mal „Ja, ich höre dich!“, aber suche nebenbei das Telefon in der Tasche der Einkäufe. Meine Tochter schaut mich verwirrt an, weil ich jetzt auch immer auf das Hallo von Andreas antworte, während ich in der Tasche gruschtle. Endlich hab ich es und Andreas versteht auch meine Antwort. „Wo hast du denn jetzt das Telefon gehabt? Hast du das entbunden?“
Also, darauf muss ich jetzt echt immer achten!

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  • Makary Milad mit Astrid

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von Andreas Diefenbach 18. März 2025
Die ersten Sekunden entscheiden über Sympathie deines Gegenübers. Meine Tochter hat mir dazu erklärt: „Ein Drittel mag dich, ein Drittel nicht und dem Rest bist du egal.“ Was eine Sympathie auslöst, mir wiederum egal. Fakt ist, ich bin in einem Alter, in dem ich mich nur noch mit dem Drittel Menschen abgebe, die MIR sympathisch sind. Doch auch da sind oftmals Schaumschläger darunter, die sich dann so entwickeln, dass sie zu den anderen 2/3 rutschen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie knüpft man als Auswanderer überhaupt Kontakte? Vielleicht sollten hier auch mal junge Menschen mitlesen, denn denen scheint es ja auch immer schwerer zu fallen, ohne Internet Freunde zu finden. Ein bisschen helfen die Sozialmedien da natürlich auch. Andreas ist in unserem Team der Networker, ich bin dann die, die im wirklichen Leben die Menschen dann auf Herz und Nieren prüft und gegebenenfalls auch verabschiedet. Eigentlich weiß Andreas ja, wie ich ticke. Ich erinnere mich noch, wie er sich mit FB Bekannten für ein Abendessen nach El Gouna mit uns verabredet hat. Der Satz „Du wirst sie nicht mögen!“, war natürlich auch nicht die beste Voraussetzung, um neue Gesichter kennenzulernen. Also, die haben uns abgeholt. Der Typ erzählt, wo er schon überall war, dass er Kairo wie seine Westentasche kenne und er immer mit einem Stoffteddy die Geschichten in Facebook erzählt. Als er dann an der zweiten Einfahrt El Gouna vorbeigefahren ist, konnte ich mir nicht verkneifen zu fragen, ob er lieber in Kairo mit uns essen gehen wolle, da er sich dort ja auskennt, die Einfahrt El gouna jedoch verpennt. Ich muss nicht weiter erzählen, ihr wisst, in welchem der drei Drittel dieser Mensch gelandet ist. Wir hatten zu Beginn unseres Auswanderns eine richtig sympathische Österreicherin kennengelernt, die uns wirklich an die Hand genommen hat und uns alles gezeigt hat. Egal, ob wir einen Reifenhändler brauchten, oder Vorhänge. Das war klasse. Wir haben aber auch vom 2. Urlaub an einen Mietwagen genommen, und haben alles selbst erkundet und selbst gemacht. Wir haben tagsüber das Meer und den Strand genossen und abends keine Party ausgelassen. Sympathische Menschen haben wir angesprochen und manche auch direkt wieder aussortiert. Und sogar von Kellnern wurden die deutschen zusammen gebracht. Ich erinnere mich, wie ich in Sahl Hasheesh war. Da kommt der Kellner und meint, die junge Frau da hinten wäre auch eine Deutsche. Aus dieser Bekanntschaft wurde auch eine Freundschaft. Abends war man bei Karaoke, Grillabenden (die es leider nicht mehr gibt) in der Caribbeanbar , Bingo oder Quizabenden oder einfach nur mit Bekannten beim Billard oder Taulaspielen und Shisha rauchen. Diese Gruppentreffen, die heute veranstaltet werden, gab es damals nicht und meiden wir ganz bewusst. Zu Beginn fanden wir das eine tolle Idee,mit 10 bis 15 Personen. Doch wenn sich heute 70 Menschen treffen, dann haben wir tatsächlich das Gefühl, dass dort überwiegend die anderen beiden Drittel sind, und das brauchen wir nicht. Da geht man lieber ganz gezielt mal mit Freunden weg und lernt deren Freunde kennen. Und unser Gruppentreffen, den Weißwurststammtisch, den werden wir auch nur noch für unser Drittel machen, da ich mich beim letzten Mal auf meiner eigenen Veranstaltung unwohl fühlte. Alle diejenigen, die wir ganz zu Beginn kennengelernt hatten, waren tolle Menschen. Leider sind viele davon wieder nach Deutschland gegangen, gerade Corona hat nach der Revolution oft den Rest gegeben. Weil uns jemand an die Hand genommen hatte, wollten wir Auswanderern auch helfen. Doch das funktioniert wirklich nur sehr bedingt. Die einen holen sich alle Infos und Kontakte, um dann einen Keil reintreiben zu wollen. Die anderen wollen Tipps, glauben dann aber ihren ägyptischen Freunden mehr – und fallen auf die Nase. Für die einen bist du nur der Notnagel und die anderen verwechseln dich mit Wikipedia. Ganz schlimm sind jedoch diejenigen, die sagen: „Mir ist es lieber, man sagt mir die Wahrheit ins Gesicht, als hintenherum!“, und dann nach der ersten Wahrheit beleidigt von Dannen zu ziehen. Von den Trittbrettfahrern und Friendsucker haben wir genug, von toxischen Beziehungen auch und die Neider haben wir totgeschwiegen. Heute haben wir ein gut funktionierendes Netzwerk mit Ägyptern, wo beide Parteien wissen, dass man einfach eine geschäftliche Basis hat. Wir bezahlen gut, dafür bekommen wir zuverlässige Ergebnisse und Hilfe. Ich persönlich bin auch gaaaaanz vorsichtig, einen Ägypter als einen Freund zu sehen. Das kann nur funktionieren, wenn dieser finanziell unabhängig ist. Und genauso verhält es sich mit den europäischen Freunden. Oft sind es einfach super gute Bekannte, mit denen man Spaß haben kann, gute Gespräche führt oder auch mal einen Spieleabend macht. Doch tatsächlich sind unsere Oldfriends diejenigen, wo wir wissen, dass wir Tag und Nacht anrufen können und Hilfe oder Asyl bekämen. Und das schätzen wir sehr. Das sind alles Menschen, die, wie wir, schon mindestens 10 Jahre da sind. Vielleicht liegt es einfach daran, dass man mit ähnlichen Voraussetzungen ausgewandert ist. Wenn heute „Neulinge“ kommen, sind wir sehr vorsichtig geworden. Hilfe wirklich nur, wenn wir direkt angesprochen werden. Persönlichen Kontakt nur, wenn sie Andreas und mir sympathisch sind, wobei ich da eher die Spaßbremse bin, da Andreas ja ein toleranter Gutmensch ist. Aber dadurch ergänzen wir uns hervorragend. Ja, und das ist natürlich auch ein Vorteil: Wir sind ein Paar. Und nicht nur im privaten Leben ist das toll, sondern auch bei Ägyptern habe ich dadurch schnell die Akzeptanz von Mann UND Frau, da jeder weiß, ich suche keinen Habibi. Wenn ihr also auswandert oder schon hier seid, dann sucht euch EINEN Mentor, der euch in die Gepflogenheiten einweist. Nehmt euch ein Auto, erkundet Land und Leute, geht in verschiedene Lokale und sprecht sympathische Menschen an. Baut euch so euer Netzwerk von Freunden und Partnern auf und seid besonders vorsichtig bei Menschen, denen ihr mehr nutzt als sie euch. Es ist wie in der Partnerschaft: gleiche Augenhöhe, gemeinsame Interessen, dann funktioniert das!
von Astrid Stiefel 22. Februar 2025
Nudelchallenge mit Tanja Blaschko Da ich letztes Jahr wirklich schnell gute Nudeln selbstgemacht hatte, dachte ich, die Zeit, wo Andreas in Luxor ist, gut nutzen zu können. Weil wir ja zu Zweit sind, sollten es auch Nudeln auf Vorrat werden! 11.00 Uhr war die Verabredung in unserer neuen Traumküche. Ich bereite vor und suche … den Knethaken! Andreas liest meine Nachricht nicht, also muss ich ihn anrufen. „Wo ist der Knethaken bitte?“ „Was willst du damit?“ „Du weißt doch, heute kommt Tanja und wir wollen frische Nudeln machen.“ „Das ist keine gute Idee“ Ich suche nebenbei, doch keine Ahnung, wo er sein könnte. Ich habe nach dem Spülen den Flachrührer und Schneebesenaufsatz in die Rührschüssel getan. Das sage ich jetzt Andreas, dass der Knethaken dort auch gut aufgehoben wäre. „Na, und wenn ich die Maschine benutze?“ „Na, dann räumst du die raus!“ „Das ist ja umständlich. Über dem Besenschrank sind die Teile. Musst das Schemelchen nehmen!“ Ich habe es! „Wenn du meine neue Küchenmaschine kaputt machst, dann war es das letzte Mal, dass du in der Küche warst, außer zum Spülen!“, waren seine letzten Worte. Tanja kommt, wir holen im Supermarkt 50 Eier und 5 kg Mehl. Das wären dann so etwa 25 Portionen Nudeln, laut Rezept. Hm, wie viel kann man wohl in so eine Schüssel geben? Als wir das erste Kilo Mehl drin hatten, war das schon ziemlich viel. 10 Eier dazu und die Maschine legt los, und quält sich zwischendrin ganz schön. Doch besser sie, als ich! Letztes mal hab ich das mit Hand gemacht! 15 Minuten kneten! Als nach 10 Minuten der Teig nicht mehr geknetet wurde, sondern nur noch von einer Schüsselwand an die andere Seite geschleudert wurde, kamen wir zu dem Entschluss, das ist genug. Teig auf die Seite, nächsten ansetzen. Wir konnten leider nichts anderes inzwischen machen, da die Maschine wanderte. Vielleicht hätte ich doch die Arbeitsplatte nach dem der Teig fertig war, mit Mehl bestäuben sollen. Endlich das letzte Kilo. Die Maschine quält sich, und auf einmal tut es Schläge. Ich stoppe sie. Beim Hochmachen bleibt der Knethaken unten. Aber nicht nur der Haken, sondern das ganze Teil, wo der Haken reingesteckt wird. Tanja und ich schauen uns fragend an. Was ist das? Mir kommen nur Andreas letzte Worte ins Gedächtnis. Tanja versucht, den angekneteten Teig fertig zu machen, ich versuche herauszufinden, wie das gefettete Zahnrad in die Maschine gehört und dort auch bleibt. Aber dort rastet nix ein. „Do hob i a Schraum!“, sagt Tanja in ihrem Regensburger Dialekt und zeigt mir das Teil, was zur Befestigung fehlt. Ich hole einen Schraubenzieher, bekomme das bescheuerte Teil aber nicht in die Fassung. Bevor ich jetzt noch mehr Zeit vergeude, rufe ich unseren Handwerker an, der mir verspricht, um halb fünf da zu sein. Jetzt geht es los. Nudelteig noch mal weich kneten, ein kleines Stück nehmen, und durch die größte Stufe der Nudelmaschine lassen. Doch leider kommt der Teig nicht unten raus, sondern klebt über der Walze. Wir versuchen, alles rauszubekommen, doch da der Teig auch unter der Schutzvorrichtung ist, wo man nicht hinkommt, meint Tanja, die muss man doch aufmachen können, um zu reinigen. Ich demonstriere ihr, wie ich die Maschine sauber mache: Einfach Spülschwamm durchdrehen. Aber Teig war immer noch drin. Schraubenzieher lag ja noch da, also versuchen wir die Nudelmaschine auseinander zumachen. Aber als alle 4 Schrauben gelöst waren, konnten die Seitenwände trotzdem nicht abgemacht werden. Aber zu auch nicht mehr. Denn irgendwie haben sie sich jetzt verkantet. Tanja und ich schauen uns an, schauen die halb auseinandergebaute Nudelmaschine an, schauen die kaputte Küchenmaschine an und sind beide der Meinung, wir trinken jetzt erst mal ein Bier. „Wollen wir den Teig wegschmeißen und frische Nudeln kaufen?“ „Ich nehme auch getrocknete Nudeln!“ „Gourmet Egypt, gibt es gute Nudeln in allen Variationen!“ „Im Supermarkt gibt es die ägyptischen Nudeln, die sind auch lecker!“ Doch es packt uns nochmal der Ehrgeiz. Wir bekommen die Nudelmaschine zusammen. Und wir machen die ersten Nudeln. Es klingelt. „Mahmoud?“, hoffe ich. Nein, der Mann von Tanja. Natürlich will er mal schauen, wie es uns so geht. Er schraubt die Nudelmaschine fester an den Tisch, was wir nach allen 15 Minuten machen, weil sich die Schraube wieder löst, und meint stolz, jetzt ginge es ja viel besser. Wir komplimentieren ihn raus. Ich schaue auf mein Handy. Mahmoud will um 16.30 Uhr kommen, Andreas ist in den Bergen, auf der Rückfahrt. Herrje, dann ist Andreas ja früher da, als Mahmoud! Ich schreibe ihm, lass dir Zeit und hoffe, er macht noch eine Kaffeepause in Qena. Wir trinken das 2. Bier und machen weiter. Immer wieder müssen wir denn Teig lösen, doch wir bekommen es langsam raus und der Platz wird eng, wo wir die Nudeln aufbewahren können. „Wir müssen sie aufhängen!“, meint Tanja. Also räume ich kurzerhand alle Schöpflöffel und Schneebesen von der Aufhängung, damit die Stange frei wird. „Da komm ich nicht dran! Hol den Wäscheständer!“ Prima, Wäscheständer rein, Nudeln drauf. Die letzten Nudeln machen wir nicht mehr so dünn, weil uns da immer der Teig einrollt. Wir machen Lasagneplatten daraus. Tanja ruft ihren Mann an und bestellt 500 Gramm Hackfleisch, für die Lasagne. Und den restlichen, inzwischen angetrockneten Teig, werfen wir weg. Jetzt sauber machen. Andreas ist schon in Safaga und hat meine Nachricht gelesen. „OMG, Küchenmaschine kaputt, Küche verwüstet?“ Wir sind schon fertig, sitzen auf der Terrasse, rauchen eine und trinken unser restliches Bier. Ich antworte Andreas „Fast richtig!“ Er fragt bei Tanja nach, ob es wirklich so schlimm sei. Die meinte, er sollte doch erst mal zu Volker gehen und mit dem einen Aperitif trinken. Es klingelt. „Mahmoud?“, nein, Volker bringt das Hackfleisch. Andreas ist schon in Safaga. Und tatsächlich kommt er vor Mahmoud, so dass wir unser Malheur beichten müssen. Es kommt eine Standpauke, was wir alles falsch gemacht haben, das man ja dünner Lasagneplatten mit dem Nudelholz machen könne und überhaupt, ich nie mehr seine Küche nutzen darf. Wir sind schon etwas geknickt. Ich setzte jetzt noch schnell die Bolognese und Béchamel auf und bereite die Lasagne vor. Mahmoud kommt inzwischen auch und macht die Schraube fest. Küchenmaschine funktioniert wieder! Beim gemeinsamen Abendessen meint Andreas, man müsste die Nudelplatten erst mal kochen, daraus dann die Lasagne machen. Ups, das leuchtet ein. Aber aussehen tut sie gut, und Tanja und mir schmeckt sie auch. Die Männer machen sich über die Dicke der Nudeln lustig. „Wenn die Tagliatelle gekocht sind, werden sie so dick, dass du keine Gabeln, sondern eine Fleischgabel brauchst, zum Essen!“ „Willst du noch eine Tagliatelle? – Nein eine halbe reicht!“ Ja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. „Die nächsten Nudeln machst du mit mir. Ich sitze an der Bar und du arbeitest nach Anweisung! Oder Volker, kommst du auch?“ „Klar, wir saufen Gin Tonics und schauen zu, wie unsere Frauen Nudeln machen!“ Das Angebot gilt! Aber maximal aus einem Kilo!
von Astrid Stiefe 21. Februar 2025
Immer wieder das Thema teuer/billig. Grundsätzlich muss man das zur Verfügung stehende Einkommen als Referenzwert nehmen und nicht das Einkommen in Europa mit den Preisen hier im Urlaub vergleichen. Natürlich ist vieles, was man, mit europäischem Einkommen hier kauft, im Verhältnis günstig. Der Wert des Euros ist hier noch hoch. Deshalb finde ich es nicht angebracht, um zwei Euro hier zu feilschen. Für die Ägypter sieht das ganze schon anders aus. Seit 2010 hat sich alleine das ägyptische Pfund zum Euro fast gezehntelt, also damals hat man für einen Euro 6-7 Pfund bekommen, heute ist es bei 53. Eine jährliche Inflation von zur Zeit über 20% erklärt auch die hohen Zinsen für Wertpapiere. Wenn also 2010 ein Ägypter 1500 LE im Monat verdiente, waren das umgerechnet 200€, heute liegt der Mindestlohn bei 6000 LE, was nur noch 120 € entspricht. Die Umrechnung in Euro hilft somit nicht die Wertigkeit und das Verhältnis von Preis zu Einkommen zu vergleichen. Die Kosten müssen ins Verhältnis der nationalen Einnhmen ins Verhältnis gesetzt werden. rechnen. Also, wenn du 6000 Euro verdienst, findest du dann 18 Euro für den Liter Benzin günstig oder teuer? Kannst du dir ein Auto für 1 MIO leisten oder ein Haus für 3 MIO? Nein. Und so ist es auch bei den Ägyptern. Alles, was importiert wird, ist fast nicht mehr zu stemmen für die Einheimischen. Dagegen sind die Grundkosten schon noch geblieben. Koshery oder Hawaushy kostet im Restaurant 35 LE, Mehl, Zucker Reis, Kartoffeln werden in den ägyptischen Supermärkten gekauft. Es gibt subventionierte Häuser für 1.5 Mio LE, die nur Ägypter kaufen dürfen und sie können sich auch in Wohnungen mieten, die 20% ihres Einkommmens nicht überschreiten. Die meisten Ägypter haben weder eine Klimaanlage, noch andere, stromschluckende Elektrogeräte. Sie haben kleine Fenster, um im Sommer die Hitze nicht reinzulassen und im Winter den kalten Wind draußen zu lassen. Natürlich sind das keine Wohnungen, die unseren Vorstellungen entsprechen. Deshalb finde ich den Hinweis, wie sollen sich die Ägypter diese Wohnungen noch leisten, nicht angebracht. Die Wohnungen, die europäischem Stil entsprechen, werden dem Kellner oder Gemüsehändler weder gefallen, noch wären die meisten Wohnungen für Ägypter praktisch. Kein Ägypter sucht ein Studio, denn er braucht Platz für seine Familie. Und wenn er alleine hier ist, wohnt er in einer Mitarbeiterwohnung oder bei der Familie. Und die Villen oder Häuser werden tatsächlich oft auch von Ägyptischen Familien bewohnt, es gibt auch hier reiche, mittelständlier und arme. Wir können uns in Europa auch nicht immer alles leisten. Ja, und dann die Frage, wieviel darf eine Wohnung für Ausländer kosten? Ich habe hier ü brigens eine interessante Website gefunden, die von Menschen, die hier leben, aktuallisiert werden kann. Da kann man psich gerne mal die aktuellen Kosten für Auswanderer ansehen! Der aktuelle qm Kaufpreis für Wohnungen liegt etwa bei umgerechnet 500 €. Auch wenn man das Gefühl hat, es wären hier so viele unfertige Wohnungen, sind das meist Geldanlagen für Ägypter, die entweder diese Rohbauten verkaufen, wenn sie Geld brauchen, denn auch hier wird Geld in Beton angelegt, oder sie bauen es fertig, wenn wieder Geld da ist. Die Wohnungen/Anlagen, die überwiegend an Ausländer oder gut verdienenden Ägypter verkauft werden, werden oft vor der Bauphase vom Plan verkauft mit Anzahlung und vierteljährlicher Abzahlung. Doch bereits nach dem Kauf gehen die ersten Immobilien schon in den Wiederverkauf, um die Inflation auszugleichen oder einfach ein Geschäft zu machen. Bis die Wohnungen dann fertig sind und jemand einzieht, haben diese bereits ihren Wert verdoppelt. Und jetzt kommt Angebot und Nachfrage ins Spiel. Wie bereits zu Beginn erwähnt, lebt hier jeder gut, der europäische Einnahmen hat. Und so kommt es, dass sich hier viele Rentner niederlassen. Sie haben vielleicht 1000 bis 1.200 € im Monat zur Verfügung und möchten sich vieleicht eine Wohnung in El Gouna, an der Marina oder Sahl Hasheesh leisten, da kostet ein Studio nun mal etwa 500€, wofür man in Hurghada oder sogar außerhalb bereits schöne, große Wohnungen bekommt. Das sind monatlich 25.000-30.000 LE Miete, die sich wirklich nur reiche Ägypter leisten können, doch die Europäer erfüllen sich ihren Traum für bezahlbare Mieten. Entsprechend steigen natürlich auch die Wohnungskosten im Kauf, denn das Verhältnis muss ja stimmen. Also wird der qm inzwischen auch zwischen 500€ und 1000€ gehandelt, was für europäische Verhältnisse immer noch günstig ist, für Ägypter schwer zu stemmen. Und dann schließt sich auch der Kreis bei der Frage, wie viel kostet das Leben in Ägypten? Meiner Meinung nach ist Ägypten ein Land zum Auswandern mit finanziellem Background. Entweder mit monatlichem Einkommen in harter Währung, zum Beispiel aus Vermietung oder Renteneinkommen, oder man macht alles zu Geld und investiert hier in Ägypten, um von Mieten und Zinsen zu leben. Einen Job zu finden, bei dem ich mir eine Miete von monatlich 500€ leisten kann, ist sehr schwer. Jetzt freue ich mich auf eure Erfahrungen und Fragen!
von Astid Stiefel 10. Januar 2025
Nein, es ist (fast) gar nichts passiert! Ihr wartet ja schon gespannt darauf, was in unserem Urlaub alles schiefgelaufen ist oder kurioses passiert ist. Da muss ich jetzt wirklich scharf nachdenken, denn eigentlich lief alles nach Plan. Doch im Vorfeld hatten wir ja schon einiges umgeschmissen, da unser Sohn anrief und etwas hilflos beklagte, dass sein Auto nicht mehr über den TÜV käme und kein Geld für ein neues da wäre. Natürlich setzen sich Eltern sofort hin, und überlegen nach einer Lösung. „Die können doch unseren Mercedes haben?“ Tatsächlich besitzen wir Tantes Merzedes, der zwar 22 Jahre alt ist, aber noch keine 100000 km gefahren ist und uns leider nicht mehr als 4000€ dafür geboten werden. Gesagt – getan. Also habe ich mir einen Leihwagen gebucht, damit wir von der Schweiz aus zum Abflughafen FFM fahren können. Dann brauche ich den Flug nicht von Berlin in die Schweiz, den haben wir also umgebucht auf unser Familientreffen, Hurghada Frankfurt. Kostet ja nur 60€ Umbuchungsgebühr pro Person. Wir sind mit unserer Planung fertig, ruft uns die Schwiegertochter an und strahlt ins Telefon: „Das Auto hat doch noch TÜV bekommen!“ Sie war vollkommen fassungslos, warum wir uns nicht drüber freuen. Da erklärten wir unsern Plan. Ups, so begeistert über den Mercedes ist sie auch nicht, aber jetzt muss er halt in der Schweiz bleiben, weil wir den nächsten Flug dahin haben. In Deutschland am Flughafen haben wir echt schnell die Autovermietung gefunden, die auch am Terminal 2 war, wo wir ankamen. Da mein Handy die Anflugzeit nach ägyptischer Zeit in den Kalender übernommen hatte, waren wir eine Stunde früher da, als ich alles geplant hatte. Doch netterweise war ein Fahrzeug schon zur Verfügung, auch ohne bezahltem Upgrade. „Ihre Adresse bitte!“. „Ich wohne im Ausland, ich habe in Deutschland keine Adresse!“ „Wir brauchen Ihre Adresse fürs System.“ „Ja, dann gebe ich Ihnen die von meiner Tochter.“ „Sie werden doch eine Adresse haben? Auch im Ausland!“ Ah, jetzt verstehe ich. Soll ich ihm jetzt wirklich unsere Adresse sagen? Al Ahayaa, gegenüber vom Bestway, an der Mülltonne links dann gegenüber vom Elektrohäuschen? Also mache ich es wie immer, gebe eine Fiktivpostleitzahl an, denn ich kann sie mir nicht merken, und die zu uns nächste Hauptstraße, deren Name ich kenne, und unsere Appartementnummer. Jetzt war er glücklich. Kaution muss mit Kreditkarte hinterlegt werden. Das war ja schon öfter mein K.-o.-Kriterium, dass das mit dem Mietwagen nicht geklappt hatte. Entweder weiß ich die PIN nicht, oder habe gar keine dabei. Heute reicht das Kreditlimit wohl nicht, da ich schon damit eingekauft habe, und nur 1000€ Limit habe. (Darauf bin ich schon stolz, den es ist meine eigene und ich habe kein Einkommen!) Aber ich habe ja einen Mann und noch seine Kreditkarte, aber nicht die PIN im Kopf. Also flüstere ich Andreas, der etwa 10 Mtr. weiter weg sitzt und wartet, zu, wie die PIN wäre. Wisst ihr, so, wie wenn man mit jemanden aus dem geschlossenen Auto spricht. Deutliche Mundbewegung und Gestik, da er ja eh nix hören kann! Doch er verstand meine Mimik nicht. Nach 2 Versuchen kam ich mir vor, wie Hella von Sinnen aus der Werbung an der Kasse, die lauthals ruft: „ Wat kosten die Kondome ?“, nur dass ich lauthals nach der PIN fragte. Ich ging dann zu Andreas hin, denn er war nicht gewillt, zurückzurufen. Natürlich war mein Mitarbeiter, der mir das Auto vermieten wollte, neu und das System brach während des Zirkusses mit den Kreditkarten und wir konnten, dank seiner freundlichen Kollegin, an ihrem Terminal alles noch einmal eingeben. Fantasieadresse, PIN und – Ja, jetzt klappte es. Wir freuten uns, statt ein manuelles Schaltgetriebe einen Hyundai I 20 Automatik zu bekommen. Wie unsere chinesisch/kareanischen Autos, kann man auch hier das Handy mit Bluetooth verbinden oder das Android sogar mit Kabel auf den Bildschirm bekommen. Schon hatte ich ein Navi mit drin. Wir riefen meinem Ex-Mann an und gaben Bescheid, dass wir uns draußen an der Tankstelle treffen könnten. Er hatte nämlich netterweise unseren Mercedes aufbewahrt und brachte diesen zum Flughafen. Ja, wir haben ein gutes Verhältnis und sogar dieses Weihnachten gemeinsam mit seiner Freundin gefeiert, aber ohne Andreas. Also ähnlich, wie vor 18 Jahren, nur da war es andersherum Wer mein Buch gelesen hat, weiß das. Übrigens, dieses Auto kann man, genau wie unsere Leihwägen, ausmachen, ohne dass der Automatik auf Parken gestellt wurde. Dass habe ich gemerkt, als ich meiner Freundin ihr Mitbringsel aus dem Kofferraum holen wollte und beim Drücken an den Kofferraumdeckel sich auf einmal der Wagen Richtung Vorderauto zu bewegen begann. Da hättet ihr mal sehen sollen, wie schnell ich an der Fahrertür war und diese öffnete. Doch was tun? Reinspringen und bremsen, die Handbremse anziehen, oder den Gang rollend auf P“ stellen? 2 mm vor dem Vorderauto war es geschafft: reingesprungen, in das viel zu enge Cockpit, Bremse getreten, Gang reingehauen und zur Sicherheit noch die Handbremse. So, das war jetzt mal die Geschichte „Wie bekomme ich einen Leihwagen!“ Vielleicht erzähle ich euch in den nächsten Tagen von Punkten und Fäden im Sichtfeld, und was man da in Deutschland erlebt. Jetzt erst mal einen schönen Tag, sonst wird der Text wieder zu lange!
von Astrid Stiefel 8. Dezember 2024
Alle unsere Fans und Freunde warten bestimmt schon ganz gespannt darauf, was wohl alles bei unserem Umbau schiefgeht! Das liegt jetzt im Auge des Betrachters. Die neue Haustüre war wirklich schnell gesetzt, nur war diese 20 cm kürzer als die alte, sodass oben ein Spalt zu schließen war. Doch dafür haben wir ja die Verputzer. Man muss sich auch erst daran gewöhnen, dass nicht jeder Handwerker alles mitbringt, was er braucht. Also wir sprechen jetzt von so banalen Sachen wie Eimer. Natürlich kann man sich darüber aufregen, wenn der Verputzer eigentlich ein Zauberer ist und von drei gelegten Steckdosen eine wieder verschwinden lässt. Doch Albert hat diese, in Sherlock Holmes Manier, durch Vergleichen der alten Bilder, klopfen und messen schnell gefunden und den Verputz weggemacht. Siehe da, da ist sie, unsere vermisste Steckdose. Ja, ihr habt richtig gelesen – messen! Der Elektriker konnte genau sagen, in welcher Höhe er diese gesetzt hatte. Und tatsächlich werden auch hier die Leitungen gerade, vertikal verlegt. Es ist auch nicht so schön, wenn sich verschiedene Bodenfliesen in der Mitte des Türstocks treffen, wo man es sieht und der dafür bestellte Abschlussmarmor leider dann 30 cm zu kurz ist, weil ich die arabischen Maße falsch verstanden habe. Ja, es ist auch ein bisschen ärgerlich, wenn durch den Dominoeffekt, der entsteht, wenn ein Arbeiter 3 Tage zu spät beginnt, die Küche letztendlich einen Monat später eingebaut wird. Aber wir wohnen ja noch sehr schön und haben deshalb keine Eile. Doch alles in allem muss man sagen, sind wir sehr positiv überrascht. Die Arbeiter kommen pünktlich um 8.00 Uhr morgens, müssen gewaltsam von der Baustelle verscheucht werden, weil ab 16.00 Uhr kein Baulärm mehr sein darf. Die Maler verbrauchen 5 Packungen Malerkrepp, wo ich gar nicht wusste, dass es den hier gibt. Unsere Gärtner sind so hilfsbereit und haben uns einen Schlauch für eine Woche geliehen. Man warnte mich vor, dass der Fliesenleger viel Wasser bräuchte, mir war aber nicht klar, dass es aus dem Wasserhahn nicht genügt. Also vom Garten in den ersten Stock mit Schlauch. Man findet für alles eine Lösung, Möbel zwischenlagern für 1000 LE im Monat oder Fliesenrand wieder entfernen, weil jetzt der Schrank keinen Platz mehr hat, da die neuen Fliesen dicker sind als die alten. Jetzt kommen wir ja schon in die Finale Phase und müssen so schwere Sachen, wie Farben auswählen, entscheiden. Grundsätzlich haben wir ja unsere Farbenkombi und bleiben dieser treu. Also wählten wir für das Beziehen des Sofas „unser“ grau aus, mit Farbakzente in Bordeauxrot und Mint. Passend dazu wollten wir dann die Wandfarbe aussuchen. Damit es passt, wollte ich ein Bild unseres neubezogenen Sofas vom Polsterer haben. Er schickte mir ganz stolz gleich einen Video. Ja, ist die Belichtung jetzt so schlecht? Doch im Film sieht das Sofa blau aus, nicht dunkelgrau. Auch Andreas, dem ich das Video weitergeleitet habe, meint über Sprachnachricht: „Das ist aber nicht unser Sofa!“. Vollkommen entsetzt frage ich bei Mahmoud nach und sende ihm die Bilder, die ich damals Andreas zugeschickt hatte, um die Farben abzustimmen. (Natürlich haben wir nie beide Zeit, also werden solche Entscheidungen über Messenger getroffen. Wir sind uns geschmacklich auch einig, sodass es da keine Diskussionen gibt.) Er schickte mir sein Bild zurück, was der Polsterer gemacht hatte, um den richtigen Stoff zu bestellen. Der Punkt ist leider auf dem Muster daneben gemacht worden. Ich bekomme fast Schnappatmung. Gerade, weil Andreas beim Kostenvoranschlag schon ganz schön geschluckt hatte. Nur das Neubeziehen kostete umgerechnet 400 €, weil, wenn wundert es, wir das teuerste Material ausgesucht hatten. Und jetzt die falsche Farbe? „Kein Problem, ich lasse es neu beziehen.“, meint Mahmoud. Doch, das ist ein Problem. Denn den irgendjemand bleibt auf den Kosten sitzen, obwohl es „nur“ ein Missverständnis war. Entweder wir, oder Mahmoud, weil ich weiß, dass er für die Kosten aufkommt und gar nichts dafür kann, oder der Polsterer. Mahmoud medet sich bei uns an, um die Stoffmuster nochmal zu bringen. „Suche dir die richtige Farbe aus!“, meint er. "Ich hatte die richtige Farbe ausgesucht, und habe die sogar auf meinem Handy, weil ich sie ja Andreas schickte!", erinnere ich nochmal, dass es nicht mein Fehler war. Da kommt eine Sprachnachricht von Andreas. „Na ja, die Farbe ist ja nicht soooo schlimm. Passt das den zu uns?“. Ich schaue mir das Sofa an und langsam finde ich auch Gefallen daran. Ich hole mir die Meinungen unserer Kinder im Familien Chat. „Grau ist doch langweilig!“ „Das sieht doch gut aus!“ Das waren der Tenor unserer Familienmitglieder. Jetzt kommt Andreas und Mahmoud gleichzeitig bei uns zu Hause an. Wir schauen uns den Stoff in natura an. Es ist dasselbe Material, nur halt in der Farbe neben unsere Auswahl. Beim Perspektivwechsel von Erwartung zur Betrachtung kommen wir zu dem Entschluss, w ir belassen es bei der Sofafarbe und wechseln nur eine Kissenfarbe. Na, das ist doch wie im Film – immer ein Happy End!
von Astrid Stiefel 3. Dezember 2024
Weihnachten steht vor der Tür! Meinen Enkeln habe ich mein kommendes Buch gewidmet: "OMG – offline! Oma, was habt ihr ohne Internet gespielt?" Der Titel verdeutlicht bereits den Inhalt: Als Kinder der 60er Jahre glauben wir, dass unsere Kindheit die schönste war! Ich möchte diese Erinnerungen in einem Buch festhalten und gleichzeitig dazu anregen, mit Eltern und Großeltern darüber zu sprechen. In meinem Buch teile ich Gedanken aus meiner Kindheit, kombiniert mit Erklärungen zu meinen Lieblingsspielen. Wer hat nicht selbst schon 50 Pfennig gepaust? Wer kennt nicht Gummitwist, das die Mädchen in der Schulpause gespielt haben, während die Jungs versuchten, den Gummi auf die Haut zu schnallen? Gab es bei euch ein Kasperltheater? Wer hatte noch die guten alten Rollschuhe? Wer konnte sich unsichtbare Freunde vorstellen, mit denen er "Mensch ärgere dich nicht" spielte, wenn niemand Zeit hatte? Aktuell lasse ich meine Töchter einen Vorabentwurf meiner 120 Seiten lesen. Viele Seiten sind nur halb gefüllt oder leer, um eigene Ideen hinzuzufügen. Ich möchte betonen, dass nichts in meinem Buch die heutigen Erziehungsnormen in Frage stellt. Ich habe beispielsweise die Begriffe "Mohrenkopf" und "Negerkuss" verwendet, weil sie Teil meiner Kindheitskultur waren. Sobald ich das Okay von meinen Töchtern habe, wird das Taschenbuch ab dem 15.12.2024 für 10 € auf Amazon.de erhältlich sein. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob Amazon der beste Vertriebskanal ist, aber ich kann damit meinen Lieben in Deutschland jederzeit eine Freude machen – deshalb bleibe ich diesem Weg treu. Wer es bevorzugt, kann sein Exemplar auch direkt bei mir unter info@stiefelbachs.de bestellen und erhält es rechtzeitig zu Weihnachten! Ich bin gespannt, wer Interesse hat. Bestellt es über meine Homepage oder lasst mir im Kommentarfeld eine Nachricht zukommen!
von Astrid Diefenbach 20. Juli 2024
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